Langsam begreife ich woran es liegt. Ich bin der schlechte Mensch. Nicht er. Alles was ich in die Hand nehme geht schief. Von Anfang an. Schon als Kind habe ich nur Probleme gehabt. Ich konnte es niemand Recht machen. Ich war nie bereit Kompromisse einzugehen. Ich habe immer nur das getan was ich wollte. Mich hat nicht interessiert was meine Familie davon gehalten hat. Die Leute die sich um mich gesorgt haben habe ich mit Füßen getreten. Und das habe ich nie gelassen. Selbst heute tu‘ ich das noch. Und ich wäre jederzeit bereit es wieder zu tun. Für einen Menschen, den ich nicht besser behandle.
Jetzt breche ich all meine Kontakte ab. Und wofür? Jaaa, alle Welt hasst mich. Genau. Deswegen tu ich das! So ein Schwachsinn. Nein, ich tu’s weil ich arme ja sooo ungerecht behandelt werde. Ich tu’s weil ich mit dem was ich mache nicht weiterkomme. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem es keinen Sinn mehr macht der Welt was vorzuspielen. Ich brauche keine „Freunde“ mehr. Ich werde ihnen eh niemals gerecht. Ich melde mich nie. Ich ziehe ein Spiel einer Unterhaltung mit ihnen vor.
Ich brauche auch keinen Freund, wenn mein Herz auf immer und ewig vergeben ist. Egal ob ich vllt auch Gefühle habe für andere. Niemals werden die SO sein. Niemals. Ich will niemand mehr was vormachen. Ich bin eine schlechte Freundin. Ich bin für niemand da und selbst jetzt denke ich nur an mich. Und daran dass ich nie mehr glücklich werde. Weil ich es einfach auch nicht mehr will! Ich kann es einfach nicht. Es wird immer und immer wieder zurückkommen. Dann gibt es nen Tag an dem ich’s schaffe, mich irgendwie ablenke. Und auch ehrlich lachen kann. Und eine Sekunde später fällt mir wieder wie Schuppen von den Augen, dass ich keinen Grund habe zu Lachen. Was zur Hölle sind verdrehte Buchstaben für ein Grund zum Lachen? Keiner! Wie heuchlerisch ich bin. Das ist ekelhaft!!!
Ich bin eine schlechte Mutter. Ich schaffe es nicht meinem Kind Halt zu geben. Wie denn auch? Ich interessiere mich doch sowieso nur für mein Selbstmitleid. Alles andere ist mir doch scheißegal!
Hauptsache ich hab immer einen Grund zu heulen. Du kannst Dich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln für mich. Mir wird man nie gerecht. Ich bin nie zufrieden. Wenn ich sage „bau mir ein Haus, es muss so und so aussehen!“ und Du tust es und es sieht ganz genauso aus wie ich es beschrieben habe,  wetten ich habe immer noch einen Grund zu meckern?
Ich kann so langsam verstehen dass keiner auf Dauer mit mir klar kommt. Ich stehle den Menschen wertvolle Zeit mit meiner Scheißart. Man kann sich bemühen wie man will. Dann läuft es ein paar Tage gut. Ich scheine zufrieden zu sein, aber tief in mir brodelt es schon lange wieder. Irgendwas läuft schief und automatisch bist Du Schuld. Scheißegal wer Du bist. Du kannst mein Nachbar sein, mein Hund oder mein Freund. Du bist Schuld, daran gibt es dann nichts zu rütteln. Ja, so bin ich.
Und nun stellt sich mir doch die Frage, was ich hier noch will? Ich werde meine Art mit Sicherheit niemals in den Griff kriegen. Wie denn auch? Keiner kennt mich, keiner weiß wie ich wirklich bin. Doch. Meine Mutter, die könnte es mittlerweile verstanden haben. Und dennoch ist sie da und macht sich kaputt für mich. Das hat sie nicht verdient! Niemand hat das verdient!
Klar kann ich auch sagen, ich ändere mich, ich werde ein guter Mensch. So ein Schwachsinn! Ich kann mich nicht ändern. Ich hab es versucht, viele viele Male. Und? Nichts ist passiert. Weil ich es nie ernsthaft versucht habe. Weil es nicht von Herzen kommt. Ich will mich gar nicht ändern, ist doch einfacher so. Ich sehe auch keinen Sinn mehr mich zu ändern. Mein Kind wäre ein Grund. Aber bei dem gebe ich mich doch anders. Ihm werde ich was vormachen, alle anderen müssen mit mir klar kommen. Naja. Die wenigen die ich noch lasse. Und das ist nur meine Familie. Ich will keinen sporadischen Kontakt mehr zu irgendwelchen Pseudofreunden. Und ich will auch nicht mehr die Pseudofreundin sein die ich so lange war. Ja, ich hab‘ sie geliebt, meine Freunde. Und bis sie mich besser kennen lernten, dachten sie dass sie mich lieben würden. Tja, ich hab’s versemmelt. Schon so oft. Da fällt mir kaum mehr auf wenn wieder mal einer weg ist. Sich nicht mehr meldet. Weil ich es nie tu‘.
Und jetzt tu‘ ich das schon wieder. Ich hatte da einen Freund. Ich habe mir selbst vorgemacht wie cool ich doch bin. Wie ich ja gar nicht verstehe was los ist, wieso bei mir alles schief geht. Ha, wie sehr! Manchmal dauert es den Bruchteil einer Sekunde und es fällt einem auf, was da genau schief läuft. Du siehst Dein komplettes Leben wie einen Film im Schnelldurchlauf vor Augen. Und dann ist es plötzlich klar. Irgendwas läuft falsch in meinem Kopf. Weil ich nicht mal erklären kann was ich bin und wer. Und was ich will. Ich weiß nur dass ich alleine sein will. Ich will keine Freundschaften mehr. Es macht mich nur noch mehr fertig. Und ja, ich denke nur an mich. Aber das sagte ich ja schon. Und ich lasse mich da auch nicht beirren. Ich werde so weitermachen. Mit dem großen Unterschied, dass ich keine Freunde mehr verletzen kann, weil ich keiner mehr bin. Weil ich keine mehr habe. Weil ich nie welche hatte. Auch wenn sie es dachten. Aber ich wiederhole mich.
Blaa wozu schreibe ich die Scheiße überhaupt? Hallo? Obwohl, das könnt ihr, liebe Leser, gerne als Grabrede verwenden. Damit ihr alle ein für allemale versteht warum ich so bin. Ach, wieso solltet ihr das verstehen, ich versteh’s ja selber nicht. Egoismus. Das wird’s sein. Ich, ich, ich. Ich bin der einzige Mensch auf der Welt dem es schlecht geht. Alle anderen haben ein schönes Leben. Jaa, ich. Bekannten sterben die Kinder. Aber MIR geht es schlecht. Ja Bravo Caroline. Du bist es!
Ich hasse mich. Ich hasse mich, ich hasse mich, ich hasse mich!!!! Schlechte Menschen gehören in die Hölle. Kann bitte einer meinem Leben mal ein Ende setzen? Ich würde mich doch niemals trauen. Und warum? Was interessiert mich das noch wenn ich nicht mehr da bin? Jaaa genau. Das Leben nach dem Tod. Dass ich nicht lache. Wenn ich weg bin, kann vllt der ein oder andere mal nachvollziehen wie es mir ging. Selbstmitleid und so. Und ich wette niemand kommt im Entferntesten auf mein Niveau des Selbstmitleid. Oder ist es Selbsthass? Beides. Tja, kann sich nicht jeder lieben.
Aber keine Panik, ich bin noch da. Und werde es die nächsten sechzig Jahre auch noch sein, denn ich hab den Mut ja nicht. Erwähnte ich bereits.  1137 Wörter ergeben hier ein Geheule vom feinsten. Und ich bin noch lange nicht fertig!
Vielleicht bin ich ja auch selbstverliebt. Und denke ich hab was besseres verdient. Was besseres als was? Als meine Menschen die alles für mich tun würden? Wie arrogant bin ich denn? Nein, das kann es nicht sein. Ich glaube kein Psychologe würde schlau aus mir werden.  Ach was heißt ich glaube. Das ist Fakt. „Vermeidende Persönlichkeitsstörung“. Das ich nicht lache! Wiki sagt dazu:
„Die ängstliche (vermeidende), auch selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (selten: generalisierte soziale Phobie) ist gekennzeichnet durch Gefühle von Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeit. Es besteht eine andauernde Sehnsucht nach Zuneigung und Akzeptiertwerden, eine Überempfindlichkeit gegenüber Zurückweisung und Kritik mit eingeschränkter Beziehungsfähigkeit. Die betreffende Person neigt zur Überbetonung potentieller Gefahren oder Risiken alltäglicher Situationen bis zur Vermeidung bestimmter Aktivitäten.“
Na das wäre ja schön, wenn’s so einfach wäre! Ja Frau Kluth, ich glaube da haben sie verkackt. Wohl mein Hirn nicht genug durchleuchtet. Fehldiagnose sage ich dazu nur. Sie wollten es sich wohl einfach machen? Haha, war wohl nichts.
Keine Ahnung wie ich den Schmerz in mir in den Griff kriegen soll. Nicht dran denken. Klappt nicht, jahrelang versucht. Von der Brücke springen. Wäre doch das einfachste? Aber wieso einfach. Nichts lief leicht, warum dann jetzt. Ist doch lächerlich.
Alleine die Tatsache das selbst Tabletten an meinen Gefühlen/Gedanken und Verhalten nichts ändern, spricht doch Bände. Nichts Depressionen. Man kann nicht für alles eine Krankheit verantwortlich machen. Es gibt Menschen die sind einfach so. Und kerngesund dabei. Auch wenn eine Krankheit eine tolle Entschuldigung wäre. Aber so läuft’s nicht. Die Krankheit ist mein Gehirn. Eine einzige Fehlbildung. Leere Wülste, nur Hass, Wut und Trauer.
Ihr geringes Selbstvertrauen wird von anderen meist positiv oder gar nicht gesehen, weil sie sich nicht in den Vordergrund drängen, bescheiden, „pflegeleicht“ und verlässlich sind, problemlos zu gängeln, trauen sie sich doch ohnehin nichts zu, insbesondere nicht, „Nein“ zu sagen.“
Sage ich doch, passt nicht!
„Charakteristisch für die „nachgiebig-ausnutzbare“ („exploitable-avoidant&ldquo Gruppe ist, dass sie sich von anderen ausgenutzt fühlen oder werden und es ihnen Probleme macht, anderen Grenzen aufzuzeigen (= nein sagen). Im sexuellen Bereich kann dies oft Abgrenzungsprobleme geben, die Missbrauch durch andere begünstigen.“ Passt, haargenau so gewesen. Aber hey, ging es nicht jedem mal so? Muss das direkt eine Persönlichkeitsstörung sein?
Nein, sie werden es alle nicht verstehen, dass ich keinen Kontakt mehr will. Wie auch. Ich werde es ihnen nicht erklären. Muss ich jedem mein komplettes Leben auf die Nase binden? Wie gesagt, ist jeder herzlich zu meiner Beerdigung eingeladen, ich hoffe jemand ist so mutig und liest diesen Text vor. Herzlichen Dank.
Sie werden denke sie haben was falsch gemacht. Stimmt auch! Sie hätten sich nie mit mir anfreunden sollen. Egal was passiert, ich bereue meine Entscheidung nicht. Ich habe lange, ja sogar jahrelang darüber nachgedacht. Und den Punkt erreicht an dem ich das so durchziehe. Wenn ihr nicht aufgeben wollt, kann ich das nicht ändern. Aber erwartet nichts mehr von mir. Hallo, ich will Euch nicht! Das sollte doch reichen. Aber wen sprech ich hier überhaupt an. Ist doch niemand mehr da, den das ernsthaft interessieren wird. Nur einer. Und für den tut’s mir wirklich unendlich Leid, das mein ich Ernst. Aber trotzdem werde ich dabei bleiben. Alle anderen werden merken, huch von der Caro hört man ja gar nichts mehr? Sie wundern sich, werden mich mal anschreiben, keine Antwort bekommen und mich dann recht schnell vergessen. Ich schließe gerne Wetten ab, ich weiß wie das läuft. Lief schon immer so.
Du bist eine gute Freundin weil… Das wollte ich mal wissen, von meiner besten Freundin. Warum ich eine gute Freundin bin. Oft habe ich sie gebeten mir das mal aufzuschreiben. Ich hab’s nie bekommen.  Vielleicht weil ihr nichts einfiel. Ja, wir konnten miteinander lachen und sogar weinen. Aber hat sich jemals einer von uns wirklich für das Leid des anderen interessiert? Nein, immer war irgendwas anderes viel schlimmer. Soviel zum Thema beste Freundin. Hab ich nicht. Hatte ich mal, ja. Denn sie war da und ist am längsten geblieben. Aber sie war es auch die mich am meisten  enttäuscht hat. Ja, auch wenn ich mich selbst nicht abkann, ich weiß, dass das wirklich nicht richtig war von ihr. Und daher gebe ich selbst sie auf. Auch wenn mir das verdammt schwer fällt. Aber ihr verhalten war nur die logische Konsequenz aus meinem Verhalten. Also was soll ich mich da beschweren?  Ich hab ja nun lange genug erklärt, dass ich doch alles selbst Schuld bin und das auch weiß.
Wahnsinn, mir fällt immer noch mehr ein was ich so zu sagen habe. Ich beschwere mich über meine Cousine. Den ganzen Tag hängt sie in diesem Spiel. Vernachlässigt jegliche sozialen Kontakte. Aber in Grunde macht sie doch genau das richtige? Vielleicht geht es ihr ähnlich wie mir. Vielleicht weiß sie, dass sie keine gute Freundin sein kann. Und vielleicht sieht auch sie, dass man im Spiel so sein kann wie man sein will. Und wenn einer keinen Bock mehr hat- hey es gibt tausende von Spielern. Du bekommst Anerkennung für etwas was Du Dir mit viel Mühe selbst erarbeitet hast. Wo ist das im echten Leben möglich? Du kannst tun was Deine Möglichkeiten Dir hergeben. Nie wirst Du soviel Respekt dafür bekommen wie im Spiel. Ja, es fängt. Und ja es ist falsch. Das ist nicht real. Und doch, es fühlt sich real an und es gibt Dir ein gutes Gefühl. Du bist nicht alleine. Und Du hast keine Verpflichtungen.
Ich spreche nicht für sie. Das sind meine Gedanken. Ich weiß nicht wie sie fühlt. Ich weiß nur, dass ich sie verstehe. Dass es der einfachste Weg ist seine Ruhe zu bekommen. Verdrängen..
Sie werde ich nicht aufgeben. Ich werde für sie da sein, denn ich weiß, irgendwann wird sie mich brauchen..  Und da wir uns beide nicht sonderlich viel geben, ist es auch halb so wild dass ich eine schlechte Freundin bin. Sie gehört zur Familie und ich sagte ja, die Familie gebe ich nicht auf. Das kann selbst ich nicht.

28.2.11 13:31

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